Abgesperrtes Grundstück und laufende Erdarbeiten in einem Wohngebiet von Cartagena (KI-Symbolbild)
Cartagena

Cartagena prüft Bleibelastung bei bis zu 80 weiteren Kindern

Symbolbild, KI-generiert

AVon · 14. Oktober 2026, 19:43 Uhr

In Los Mateos weitet die Region Murcia die Untersuchung nach erhöhten Bleiwerten bei sieben Kindern aus. Betroffene Familien nahe eines belasteten Grundstücks werden für Bluttests kontaktiert; die Stadt hat dort die Schadstoffarbeiten wieder aufgenommen.

Im Cartagener Stadtteil Los Mateos soll die Untersuchung auf Bleibelastung deutlich ausgeweitet werden. Nach Angaben von La Verdad kontaktiert das Gesundheitszentrum von Los Mateos in dieser Woche Familien von etwa 80 Minderjährigen aus Straßen nahe eines belasteten Grundstücks, damit Kinder und auch ihre Eltern Bluttests machen lassen.

Auslöser sind bereits bekannte Fälle bei sieben Minderjährigen. Nach den bisherigen Analysen des Servicio Murciano de Salud liegen deren Blutwerte bei 12 bis 23 Mikrogramm und damit laut Bericht etwa 3,4- bis 6,6-mal über dem Referenzwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 3,5 Mikrogramm pro Deziliter. Die Regionalregierung teilte zudem mit, dass inzwischen noch eine weitere Person untersucht und klinisch überwacht wird. Nach Angaben aus dem Umfeld des Falls soll es sich dabei um einen weiteren Minderjährigen handeln; offiziell bestätigt ist das so nicht. Außerdem wird dem Bericht zufolge eine schwangere Frau überwacht.

Was als Ursache geprüft wird

Die Gesundheitsbehörden untersuchen, ob ein städtisches Grundstück in Los Mateos die Quelle der Belastung ist. Dort liegen Rückstände einer früheren Bleischmelze. Als mögliche Wege gelten die Aufnahme und das Einatmen belasteter Partikel. Parallel wird weiter geprüft, ob andere Ursachen eine Rolle spielen, etwa bestimmte Küchenutensilien, Leitungen oder Gefäße mit Blei.

Die Familien sollen für die Untersuchung ins Gesundheitszentrum kommen. Dort werden Blutproben entnommen und zur Analyse an das Hospital Santa Lucía geschickt. Die Ergebnisse dauern nach dem Bericht in der Regel etwa eine Woche.

Empfehlungen für Anwohner

Die Gesundheitsbehörde gibt Bewohnern des Umfelds vorsorglich Verhaltensregeln: Kinder sollen nicht in der Nähe des Grundstücks spielen, Türen und Fenster besonders bei Wind möglichst nur kurz geöffnet werden. Außerdem werden Hygienemaßnahmen empfohlen, etwa Händewaschen und Duschen nach dem Aufenthalt im Freien.

Für Anwohner in Los Mateos ist damit vor allem wichtig: Wer vom Gesundheitszentrum kontaktiert wird, sollte den Termin für die Blutuntersuchung wahrnehmen. Eine allgemeine Frist für alle Bewohner wurde bislang nicht genannt.

Arbeiten auf dem Grundstück laufen wieder

Die Stadt Cartagena hat die Arbeiten zur Entfernung der abgelagerten Rückstände auf dem Grundstück am Donnerstag wieder aufgenommen. Das Areal liegt in der Nähe des Bahnhofs und gehört zu einem Projekt für den Bau öffentlicher Wohnungen. Die Arbeiten waren seit Juni unterbrochen, nachdem die Arbeitsschutzinspektion Anforderungen zum Schutz der Arbeiter gestellt hatte.

Zunächst sollen die aufgehäuften Erdmassen innerhalb von zwei Tagen entfernt werden. Danach müssen laut Bericht die restlichen Schadstoffe vollständig beseitigt und das Gelände dauerhaft abgedeckt werden. Zusätzlich will die Stadt in Abstimmung mit der regionalen Umweltbehörde die chemische Zusammensetzung der Abfälle untersuchen lassen.

Hintergrund der aktuellen Ausweitung ist ein Schreiben des Generaldirektors für öffentliche Gesundheit, Jesús Cañavate, vom 24. September an die Stadt Cartagena. Darin wurde die Kommune aufgefordert, die belasteten Ablagerungen auf dem Grundstück umgehend zu entfernen und die Arbeiten mit den nötigen Schutzmaßnahmen zu Ende zu bringen.

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