Zu sehen ist eine sonnige Küstenstadt mit Wohnhäusern und Hochhäusern an einer langen Bucht, über der in der warmen Luft ein leichter Dunst liegt (KI-Symbolbild).
Alicante

Ozonwerte in Alicante und Elche steigen nach heißem Sommer an

Symbolbild, KI-generiert

AVon · 22. Oktober 2026, 17:00 Uhr

Vor allem für Menschen mit Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Ältere, Schwangere und Kinder ist Vorsicht geboten. Die Ozonbelastung hat 2026 in Alicante und Elche deutlich zugenommen.

Die Luft in Alicante, Elche und an Teilen der südlichen Küste der Provinz Alicante war 2026 deutlich stärker mit bodennahem Ozon belastet. In Elche stieg die Zahl der Überschreitungen des gesetzlichen Zielwerts im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2019 um 235 Prozent, in Alicante um 130 Prozent. Das geht aus dem Jahresbericht 2026 von Ecologistas en Acción hervor.

Betroffen ist auch die Küstenzone Segura-Vinalopó mit dem Umfeld von Torrevieja. Dort wurden 117 Tage mit Ozonwerten über 100 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Das ist der Referenzwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die WHO empfiehlt, diesen Schwellenwert an höchstens drei Tagen pro Jahr zu überschreiten.

Was das für die Gesundheit bedeutet

Bodennahes Ozon kann die Atemwege reizen, Husten auslösen und das Atmen erschweren. Verschlimmern kann es außerdem bestehende Atemwegserkrankungen wie Asthma sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als besonders empfindlich gelten Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit Herz- oder Lungenleiden.

Ecologistas en Acción verweist auf Schätzungen der Europäischen Umweltagentur, nach denen Ozon in der Region Valencia mit bis zu 1.200 Todesfällen pro Jahr in Verbindung gebracht wird. Das spanische Gesundheitsinstitut Carlos III beziffert den Überschuss an Todesfällen im Sommer 2026 durch die kombinierte Wirkung hoher Temperaturen und stärkerer Belastung mit Schadstoffen wie Ozon auf 600.

Warum die Werte 2026 so hoch waren

Ozon wird nicht direkt ausgestoßen. Es entsteht in der Atmosphäre, wenn andere Schadstoffe unter starker Sonneneinstrahlung chemisch reagieren. Zu diesen Vorläuferstoffen zählen vor allem Emissionen aus dem Verkehr, besonders von Dieselfahrzeugen, außerdem bestimmte Industrieanlagen, Wärmekraftwerke und intensive Tierhaltung.

2026 waren die Bedingungen dafür besonders günstig: ein sehr warmer Frühling, die Vegetation nach den Winterregenfällen sowie ein außergewöhnlich heißer Sommer mit vier Hitzewellen und zahlreichen Waldbränden. Die ausgewerteten Daten stammen aus dem Zeitraum vom 1. Januar bis 30. September 2026 und wurden an fast 500 offiziellen Messstationen in Spanien erhoben, 59 davon in der Region Valencia.

Auch der Süden der Provinz bleibt betroffen

In der Küstenzone Segura-Vinalopó nahmen die Überschreitungen des gesetzlichen Zielwerts gegenüber dem Mittel von 2012 bis 2019 um 28 Prozent zu. Die Zahl der Tage über dem WHO-Referenzwert stieg dort um 38 Prozent.

Ecologistas en Acción fordert die Generalitat Valenciana auf, den Plan zur Verbesserung der Luftqualität bei Ozonverschmutzung dringend zu verabschieden. An dem Plan wird seit drei Jahren gearbeitet; nach Darstellung der Organisation geschieht das auf Anordnung des Obersten Gerichtshofs der Region Valencia.

Die Organisation hält die bisherigen Warnhinweise während Belastungsspitzen für unzureichend und kritisiert, dass konkrete Aktionspläne zur Verringerung der Exposition fehlen. Als mögliche Maßnahmen nennt sie weniger motorisierten Verkehr, strengere Kontrolle industrieller Emissionen, Energiesparen, den Ersatz organischer Lösungsmittel durch weniger belastende Alternativen und Beschränkungen für bestimmte emissionsstarke Aktivitäten.

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