
Mar-Menor-Marsch wendet sich gegen geplante Gesetzesreform
Beim jährlichen Marsch für das Mar Menor haben Umweltgruppen und Bürgerinitiativen die geplante Reform des Gesetzes zum Schutz der Lagune scharf kritisiert. Nach Angaben von La Verdad nahmen am Samstag, 10. Oktober, rund 150 Menschen an der Aktion an der Rambla del Albujón teil.
Die Teilnehmer warnten, das Mar Menor sei weiter „krank“, und die eigentlich für seinen Schutz Zuständigen handelten nicht mit der Dringlichkeit, die der kritische Zustand verlange. In ihrem diesjährigen Motto und Manifest „Antes de reformarla… cumplan la ley“ forderten sie, zunächst das geltende Recht durchzusetzen, statt es zu ändern.
Kritik an niedrigerem Sanktionsdruck
Hintergrund ist eine in der Regionalversammlung behandelte Änderung des Gesetzes zur Wiederherstellung und zum Schutz des Mar Menor. Die Reform geht laut Bericht auf einen Vorschlag der PP zurück. Die beteiligten Gruppen lehnen sie ab, weil nach ihrer Darstellung die Höhe der Bußgelder sinken und der Zugang zu öffentlichen Hilfen auch für bereits Sanktionierte erleichtert werden soll.
Genau das sende das Signal, dass Umweltverstöße am Ende nur wenig kosten, argumentierten die Organisatoren. Sie verlangten, dass Verursacher für verursachte Schäden aufkommen müssen.
Vorwürfe wegen fortgesetzter Verschmutzung
Die Demonstranten bezeichneten die Rambla del Albujón als dauerhaften Eintragspfad für Verschmutzung in die Lagune. Nach ihrer Darstellung hat das zu schweren Schäden geführt, darunter weniger Licht in der Wassersäule, das Verschwinden von Vegetation und Meeresfauna sowie eine starke Störung des ökologischen Gleichgewichts.
In ihrem Manifest nannten die Gruppen als Belastungen unter anderem jahrzehntelange Folgen des Tagebaus, Urbanisierung, intensive Landwirtschaft und Viehzucht sowie Druck durch Hafenaktivitäten. Als neue Gefahr verwiesen sie auf geplante Biogasanlagen.
Verweis auf bestehenden Schutzstatus
Die Organisatoren betonten, aus ihrer Sicht fehle es nicht an Gesetzen, sondern an deren Anwendung. Außerdem erinnerten sie daran, dass das Mar Menor eine eigene Rechtspersönlichkeit und eigene Rechte hat. Die drei Gremien der sogenannten Tutoría hätten sich bereits einstimmig gegen jede Gesetzesänderung ausgesprochen, die Umwelt-Schutzmechanismen abschwächt.
Die Gruppen forderten die Institutionen deshalb auf, jeden Versuch zu stoppen, das geltende Gesetz zu schwächen. Ihr Ziel sei die Erholung der Grundwasserleiter und der Biodiversität, damit das Mar Menor lebendig bleibt.
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