Gutachten lehnt Ausbau der Deponie in El Campello ab

Symbolbild, KI-generiert
Für viele Haushalte an der Costa Blanca ist die Anlage in El Campello Teil der Abfallentsorgung. Nun gibt es zwei neue Entscheidungen mit unterschiedlicher Richtung: Ein Pflichtgutachten des Instituto Geológico y Minero de España lehnt die geplante Erweiterung der Deponie ab, während der Abfallverband Consorci Mare 2,25 Millionen Euro für bereits ausgeführte Arbeiten an der Anlage und im Netz der Wertstoffhöfe freigibt.
Das geologische Institut kam nach Angaben von Información zu dem Schluss, dass die vorgesehene Erweiterungsfläche „nicht die Bedingungen erfüllt“, um aus hydrogeologischer Sicht als geeignet zu gelten. Geplant war, die Fläche des Ablagerungsbereichs um rund 71.000 Quadratmeter zu vergrößern. Dort sollten bis zu 1,72 Millionen Kubikmeter Abfall eingelagert werden, um nach Darstellung der Betreiberin FCC Medio Ambiente ein drohendes Kapazitätsproblem abzufangen und die Nutzungsdauer zu verlängern.
Warum das Gutachten die Erweiterung ablehnt
Hintergrund ist ein Verfahren zur wesentlichen Änderung der integrierten Umweltgenehmigung. Die Generaldirektion für Umweltqualität und Umwelterziehung der valencianischen Regionalregierung hatte das Gutachten im März beim Institut angefordert. Nach den geltenden Regeln für Deponien müssen unter anderem Abstände zu Wohn- und Erholungsgebieten, zu Fließgewässern und Gewässern sowie die geologischen, hydrologischen und hydrogeologischen Bedingungen geprüft werden.
Nach Auswertung der Unterlagen hält das Institut die Materialien, auf denen die Erweiterung geplant ist, nicht für eine ausreichende geologische Barriere. Laut Gutachten haben ihre geologischen und hydrogeologischen Bedingungen nicht genügend Dämpfungswirkung, um ein mögliches Risiko für Boden und Grundwasser zu verhindern. Zudem hätten Messungen im Kontrollnetz das Vorhandensein von Grundwasser nachgewiesen.
Das Gutachten bewertet nach dem Bericht nicht die zusätzlich geplanten künstlichen Schutzmaßnahmen. Es bezieht sich ausdrücklich auf die Eignung des Standorts aus hydrogeologischer Sicht nach dem eingereichten Projekt.
Wen die Anlage betrifft
Der Consorci Mare behandelt den Hausmüll von 52 Gemeinden aus der Marina Alta, der Marina Baixa und El Campello. Damit betrifft die Entwicklung nicht nur El Campello selbst, sondern auch viele Orte im Norden und Zentrum der Costa Blanca, deren Rest- und Sperrmüll über dieses System läuft.
In den Berichten werden auch Einwände von Ecologistas en Acción erwähnt. Die Umweltorganisation hatte gegen die beantragte Änderung der Umweltgenehmigung Stellung genommen und vor geotechnischen und ökologischen Risiken gewarnt. Genannt werden starke Hanglagen, durchlässige geologische Materialien sowie mögliche Folgen für die Stabilität der Deponie und für das Grundwasser. FCC Medio Ambiente erklärte laut Información, man gebe dazu keine Stellungnahme ab.
Wofür die 2,25 Millionen Euro gedacht sind
Unabhängig von der strittigen Deponie-Erweiterung hat der Consorci Mare 2.250.000 Euro für bereits ausgeführte Arbeiten an der Sperrmüllanlage, an der Sorain-Kompostieranlage für Bioabfälle sowie für die Erweiterung und Informatik-Ausstattung des Netzes fester und mobiler Ecoparks beschlossen. Die Maßnahme wurde nach Angaben von Información einstimmig in der jüngsten Regierungssitzung gebilligt und anschließend im Plenum der Provinz Alicante bestätigt.
Davon entfallen 1.438.739,56 Euro auf die Mehrwertsteuer für den Bau einer Anlage zur Behandlung von Sperrmüll. Der übrige Teil dieser Baukosten in Höhe von 5.378.787,35 Euro war über den Plan GVA Next der Generalitat Valenciana und europäische Next-Generation-Mittel finanziert worden.
Weitere 253.183,39 Euro gehen an die Sorain-Anlage zur Kompostierung der Bioabfall-Fraktion. 558.077,05 Euro sind für die Erweiterung der festen Ecoparks in Pedreguer und Benidorm sowie für die Digitalisierung des Netzes der mobilen Sammelstellen vorgesehen.
Neue Sperrmüllanlage seit Sommerbeginn in Betrieb
Die neue Sperrmüllanlage in El Campello ist laut Bericht seit Sommerbeginn in Betrieb. Dort sollen jährlich 30.000 Tonnen sperriger Abfälle aus den Mitgliedsgemeinden behandelt werden, etwa Stühle, Tische, Sessel und andere Haushaltsmöbel. Mit Zerkleinerung, Sortierung und manueller Trennung soll mehr Material zurückgewonnen werden.
Der Präsident des Consorci Mare, José Ramón González de Zárate, erklärte laut Bericht, mit der Freigabe aus dem Kassenüberschuss würden drei der wichtigsten Verbesserungen des Verbands abgerechnet. Dadurch werde die interne Verschuldung reduziert und es entstehe Spielraum, um steuerliche Maßnahmen zu prüfen, mit denen der Behandlungssatz für die 52 Gemeinden sinken könnte.


