
Geschützte Wohnungen in Alicante fast so teuer wie Neubauten
Symbolbild, KI-generiert
Geschützte Wohnungen in Alicante und Elche werden teils zu Preisen angeboten, die sich frei finanzierten Neubauten annähern. Das zeigt ein Vergleich von Angeboten aus dem Plan Vive und privaten Neubauprojekten in beiden Städten.
Der Hintergrund ist eine mehrfach angehobene Preisobergrenze in der Valencianischen Gemeinschaft. Die Zeitung Información berichtet, dass Wohnungen mit öffentlicher Preisbindung vom Typ VPP derzeit bis zu 2.568 Euro pro Quadratmeter kosten dürfen. Bis 2023 lag die Obergrenze je nach Zone zwischen 1.212 und 1.819 Euro pro Quadratmeter. 2023 wurde sie zunächst auf einheitlich 2.200 Euro angehoben, später im selben Jahr auf 2.400 Euro. Seit August 2026 gilt das aktuelle Maximum von 2.568 Euro.
Ausgehend vom bisherigen Höchstwert von 1.819 Euro entspricht das einem Anstieg von gut 41 Prozent. Die neue Regel koppelt die Obergrenze außerdem automatisch an die Entwicklung des Verbraucherpreisindex. Für Januar 2027 wird deshalb eine weitere Erhöhung erwartet.
Beispiele aus Alicante
In Alicante bietet der Plan Vive geschützte Wohnungen im Umfeld der Ciudad de la Luz an. Dort kostet eine Wohnung mit 48 Quadratmetern und zehn Quadratmetern Terrasse 200.766 Euro einschließlich Garage und Abstellraum. Im Stadtteil La Florida wird dagegen eine frei finanzierte Wohnung mit 50 Quadratmetern, vier Quadratmetern Terrasse und Garage für 182.000 Euro angeboten.
Die ersten Plan-Vive-Angebote in Alicante und Elche liegen bei Wohnungen von rund 55 Quadratmetern bei mehr als 185.000 Euro zuzüglich Steuern. Auf die Wohnung selbst entfallen beim derzeitigen Höchstmodul 141.240 Euro. Hinzu kommen bis zu 25 Quadratmeter Garage und 8 Quadratmeter Abstellraum, die zusammen mit der Wohnung verkauft werden. Für diese Nebenflächen dürfen 60 Prozent des Höchstpreises pro Quadratmeter verlangt werden. Dadurch kommen bis zu 50.846,40 Euro hinzu. So können Ein-Zimmer-Wohnungen in VPP-Projekten mehr als 200.000 Euro kosten.
Beim ersten städtischen VPP-Gebäude in Alicante seit Les Naus könnte eine Wohnung mit 70 Quadratmetern mehr als 246.000 Euro kosten. Dafür wären fast 50.000 Euro Ersparnisse für die Anzahlung nötig, zuzüglich Steuern und Notarkosten.
Vergleich in Elche
In Elche liegt das einzige geschützte Gebäude des Plan Vive an der Calle Abogados de Atocha 5, zwischen dem Hospital General und der Ciudad de la Justicia. Dort kann eine Ein-Zimmer-Wohnung mit 52,43 Quadratmetern, Garage und Abstellraum 185.486 Euro kosten. Zwei Kilometer entfernt wird an der Calle Sor Josefa Alcorta neben der Universidad Cardenal Herrera in einem privaten Neubau eine frei finanzierte Wohnung mit 55 Quadratmetern Nutzfläche, zwei Schlafzimmern und Garage für 185.000 Euro angeboten. Die Ein-Zimmer-Version dort kostet 155.000 Euro.
Warum die Preise so nah beieinander liegen
Ein Grund liegt in der Berechnungsweise. Bei geschützten Wohnungen bezieht sich die Preisgrenze auf die Nutzfläche. Im freien Markt wird in Angeboten häufig die bebaute Fläche genannt. Der Bauverband Provia erklärt außerdem, dass die Baukosten stark gestiegen seien. Nach seiner Einschätzung entsprechen 2.568 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche bei VPP ungefähr 2.000 Euro pro Quadratmeter bebauter Fläche.


