
Bauland in Alicante wird deutlich teurer
Wer an der Costa Blanca bauen, eine Neubauwohnung kaufen oder ein Projekt entwickeln will, muss sich auf weiter steigende Kosten einstellen. In der Provinz Alicante ist der Preis für städtisches Bauland 2026 deutlich gestiegen. Das berichtet Alicante Plaza unter Berufung auf eine Auswertung des Wirtschaftsinstituts Ineca mit Daten des spanischen Statistikamts INE.
Im zweiten Quartal 2026 lag der Durchschnittspreis für städtisches Bauland in der Provinz bei 371,1 Euro je Quadratmeter. Im ersten Quartal waren es 274,8 Euro. Das ist ein Plus von 35 Prozent in nur einem Quartal. Zum Vergleich: Der spanische Durchschnitt lag zuletzt bei 208 Euro je Quadratmeter. Damit liegt Alicante nach diesen Daten rund 78,4 Prozent darüber.
Was das für Käufer und Eigentümer bedeutet
Gemeint ist nicht der Preis einer fertigen Wohnung, sondern der Preis des Baugrunds, auf dem neue Wohnanlagen entstehen. Steigt dieser Teil der Kalkulation stark, kann das neue Projekte verteuern oder verzögern. Ineca weist laut dem Bericht darauf hin, dass der Grundstückspreis nicht eins zu eins im Endpreis ankommt. Er ist aber ein wichtiger Teil der Wirtschaftlichkeit eines Neubauprojekts.
Nach der Auswertung ist nicht nur die Nachfrage nach Wohnraum in der Provinz hoch, gerade auch bei Zweitwohnungen in Tourismusorten. Als Hauptgrund nennt der von Alicante Plaza zitierte Ineca-Studienberater Francisco Llopis vor allem die Knappheit an sogenanntem suelo finalista, also baureifem und erschlossenem Land, auf dem Wohnprojekte rechtlich und technisch umgesetzt werden können.
Laut Ineca erschwert das teurere Bauland vor allem den Bau bezahlbarer Wohnungen in angespannten Märkten.
Preisabstand zu Spanien wächst
Die Provinz Alicante lag schon bisher über dem spanischen Mittel, doch der Abstand wächst. 2025 lag der Durchschnittspreis für städtisches Bauland in der Provinz bei 245 Euro je Quadratmeter, ein Plus von 16,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damals lag Alicante damit 41,7 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Im zweiten Quartal 2026 weitete sich dieser Abstand auf etwa 78,5 Prozent aus.
Langfristig zeigt die Reihe ebenfalls nach oben: 2019 lag der Durchschnitt bei 161,4 Euro je Quadratmeter, 2020 bei 170,9 Euro, 2021 bei 165,9 Euro und 2025 bei 245 Euro. Mit 371,1 Euro im zweiten Quartal 2026 erreicht das Preisniveau laut der Auswertung Werte wie vor der Immobilienkrise von 2008.
Wichtig für die ganze Costa Blanca
Die Daten betreffen die gesamte Provinz Alicante und damit auch die Küste von Dénia bis Pilar de la Horadada. Der Bericht nennt keine einzelnen Gemeinden und keine konkreten Projekte.


