Luftaufnahme einer Küstensiedlung mit Bauparzellen.
Immobilien

Wohnungsmarkt an Alicantes Küste bremst deutlich ab

AVon · 15. Oktober 2026, 17:19 Uhr

In vielen Küstenorten der Provinz Alicante werden spürbar weniger Wohnungen und Häuser verkauft als vor einem Jahr. Besonders stark fällt das Minus in Benidorm, Dénia und Santa Pola aus, während Torrevieja vergleichsweise stabil bleibt.

Der Immobilienmarkt in der Provinz Alicante hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich an Tempo verloren. Nach Angaben des spanischen Ministeriums für Wohnen und Stadtentwicklung wurden von Januar bis Juni 25.593 Immobilien verkauft, fast 4.000 weniger als im gleichen Zeitraum 2025. Das entspricht einem Rückgang um 13,3 Prozent und laut der Zeitung Información dem schwächsten Jahresauftakt seit der Pandemie.

Für Küstenorte ist das besonders relevant, weil dort viele ausländische Käufer den Markt lange gestützt haben. Inzwischen sind die Verkäufe aber auch in den großen Wohn- und Ferienorten rückläufig. Ursache sind laut Bericht vor allem das knappe Angebot und Preise, die sich immer weniger Käufer leisten können.

Die wichtigsten Zahlen an der Küste

In Alicante sank die Zahl der beurkundeten Verkäufe im ersten Halbjahr von 3.760 auf 3.061. Das ist ein Minus von 18,6 Prozent. In Benidorm fiel die Zahl der Abschlüsse um 19,1 Prozent auf 922.

Auch in Dénia zeigt sich die Abkühlung deutlich: Dort ging die Zahl der Verkäufe um 16,8 Prozent zurück. In Santa Pola lag das Minus sogar bei 21 Prozent; dort wurden 846 Wohnungen und Häuser verkauft, nach 1.080 im ersten Halbjahr 2025.

Im Süden der Costa Blanca geben auch die beiden großen Märkte des sogenannten Wohntourismus nach, also Orte, in denen viele Zweitwohnungen und Ferienimmobilien verkauft werden. In Orihuela wurden 2.301 Wohnungen verkauft, 12,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Torrevieja war der Rückgang mit 3,8 Prozent deutlich kleiner. Dort wurden 3.399 Verkäufe gezählt.

Gerade weil Torrevieja weniger stark nachgibt, liegt die Stadt beim Volumen wieder vor Alicante und ist im ersten Halbjahr 2026 der Ort mit den meisten Verkäufen in der Provinz.

Wo es noch Zuwächse gibt

Nicht überall gingen die Verkäufe zurück. Zu den wenigen größeren Orten mit Zuwächsen zählt Xàbia mit plus 5,6 Prozent. Auch Sant Joan d'Alacant und Finestrat legten zu. Allerdings handelt es sich laut Bericht um deutlich kleinere Märkte als in Alicante, Benidorm oder Torrevieja. Nur Xàbia kam auf mindestens 500 Abschlüsse.

Hohe Preise bremsen Käufer

Besonders sichtbar wird das in Alicante-Stadt. Dort lag der Durchschnittspreis laut Bericht bei 2.743 Euro pro Quadratmeter. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung wären das rund 219.440 Euro, also knapp 220.000 Euro. Wer kaufen will, braucht nach dieser Rechnung rund 66.000 Euro Eigenmittel, wenn man 20 Prozent Anzahlung und 10 Prozent Kaufnebenkosten ansetzt.

Von Januar bis Juni 2026 erreichten die Verkäufe in der Provinz Alicante einen Gesamtwert von 5,352 Milliarden Euro. Das waren nur 48 Millionen Euro weniger als im gleichen Zeitraum 2025. Der Preisauftrieb gleicht den Rückgang bei der Zahl der Verkäufe also weitgehend aus.

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