Calp plant 2027 niedrigere Müll- und Kfz-Abgaben

Symbolbild, KI-generiert
Für Eigentümer, Residenten und Erben in Calp könnten kommunale Abgaben ab 2027 sinken. Die Stadt hat ein Steuerpaket vorgestellt, das die Müllgebühr für Wohnimmobilien senken, die Kfz-Steuer für die meisten Fahrzeuge um 25 Prozent reduzieren und eine bestehende Steuervergünstigung bei Erbschaften leichter zugänglich machen soll.
Wie Alicante Plaza berichtet, hat das Rathaus die Maßnahmen für 2027 angekündigt. Ein Teil ist bereits weiter im Verfahren als der andere: Die Änderung bei der Müllgebühr ist nach dem Oktober-Plenum endgültig beschlossen, während die Senkung der Kfz-Steuer zunächst zur vorläufigen Genehmigung vorgesehen ist und vor dem Start noch das Verwaltungsverfahren abschließen muss.
Müllgebühr für Wohnungen soll um 18,08 Prozent sinken
Die wichtigste Entlastung für viele Haushalte ist die geplante Senkung der Gebühr für die Müllabfuhr bei Wohnimmobilien um 18,08 Prozent. Nach Angaben der Stadt ergibt das je nach Lage der Immobilie eine Ersparnis von 29 bis 47 Euro im Jahr.
Für das Stadtzentrum und die Ensanche nennt die Stadt ein konkretes Beispiel: Dort soll der Jahresbetrag von 223,06 auf 182,74 Euro sinken. Das sind 40,32 Euro weniger pro Jahr.
Die Gebühr war 2025 erhöht worden, weil die staatlichen Abfallregeln verlangen, dass die Kosten des Dienstes über diese Abgabe gedeckt werden.
Für Wohnungsbesitzer wichtig: Bei Ferienwohnungen kommt zusätzlich eine neue Gebühr von 40 Euro pro Jahr und Stellplatz hinzu. Dazu kommt weiterhin die jeweilige Zonen-Gebühr. Für gewerbliche Tätigkeiten ist ein Aufschlag von 5 Prozent vorgesehen.
Kfz-Steuer: 25 Prozent weniger für die meisten Fahrzeuge
Außerdem will Calp die kommunale Steuer auf Fahrzeuge mit mechanischem Antrieb für die niedrigeren Steuerklassen um 25 Prozent senken. Nach den Zahlen der Stadt würden 20.310 der 22.004 im Gemeinderegister erfassten Fahrzeuge davon profitieren. Das entspricht rund 92,3 Prozent aller dort geführten Fahrzeuge.
Geplant ist, den kommunalen Koeffizienten in den betroffenen Klassen von 1,8 auf 1,35 zu senken. Für einen Pkw mit 12 bis 16 Steuer-PS würde die Jahressteuer damit von 129,49 auf 97,12 Euro fallen. Das wären 32,37 Euro weniger im Jahr.
Die Entlastung soll laut Stadt auch für Motorräder, Mopeds, Lieferwagen, Lastwagen und andere Fahrzeuge in den begünstigten Klassen gelten. Fahrzeuge mit höherer Steuerleistung sollen dagegen unverändert bleiben.
Nach Schätzung des Rathauses würden die Einnahmen dadurch um rund 300.000 Euro im Jahr sinken. Vorgesehen ist der Start zum 1. Januar 2027, wenn die Änderung vorher das vollständige Verfahren durchläuft.
Erbschaften: 95-Prozent-Bonus soll automatisch greifen
Eine weitere Änderung betrifft die kommunale Plusvalía, also die Steuer auf den Wertzuwachs von städtischem Bauland. Bei Übertragungen durch Erbschaft gibt es in Calp bereits eine Vergünstigung von 95 Prozent. Bisher mussten Betroffene sie ausdrücklich beantragen.
Künftig soll das Rathaus diese Vergünstigung von Amts wegen anwenden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Damit sollen Erben den Vorteil nicht mehr verlieren, nur weil sie den gesonderten Antrag nicht kennen oder nicht stellen.
Wichtig ist dabei: Die automatische Anwendung ersetzt laut Stadt nicht die Pflicht, die Steuererklärung innerhalb der geltenden Frist einzureichen. Die Änderung gilt für Erbschaften, nicht für Immobilienkäufe und -verkäufe.
Nach Schätzung der Stadt könnten so Vergünstigungen von rund 200.000 Euro pro Jahr wirksam werden, die bisher teils ungenutzt blieben.
Was sonst genannt wurde
Die Stadt verweist außerdem auf bereits bestehende Maßnahmen. Dazu gehören ein um 5,04 Prozent gesenkter Satz bei der städtischen Grundsteuer auf urbane Immobilien, Vergünstigungen für Solaranlagen und bessere Energieeffizienz sowie die weiter geltende Befreiung von der Eröffnungsgebühr für neue Geschäfte oder bei einem Tätigkeitswechsel.
Bei Terrassen sollen zwischen November und April keine Gebühren anfallen. Veranstaltungen können die Regelung bis Februar nutzen, nach den jeweils geltenden Bedingungen.
Zusätzlich wurde ein um zwei bis drei Euro niedrigerer nächster Wasserbescheid pro Quartal angekündigt. Das liegt nach Angaben der Stadt am Auslaufen eines vorübergehenden Tarifs für Investitionen und nicht an einem günstigeren Wasserpreis.


