
Busse an der Costa Blanca: voll, verspätet, zu wenig Platz
Symbolbild, KI-generiert
Wer an der Costa Blanca auf den Bus angewiesen ist, muss derzeit auf mehreren wichtigen Strecken mit Engpässen rechnen. Das zeigt sich in Alicante im Stadtverkehr, auf der Küstenachse Alicante–Santa Pola–Guardamar–Torrevieja–Orihuela Costa–Pilar de la Horadada und auch bei der Verbindung von Elche zur Universidad de Alicante (UA).
Nach Berichten von Información klagen Fahrgäste in Alicante über wiederkehrende Probleme vor allem am frühen Morgen sowie beim Schicht- und Unterrichtsende. Sie verlangen vom Rathaus mehr Fahrten und mehr Pünktlichkeit, weil sich Wartezeiten und Überfüllung auf vielen Linien regelmäßig wiederholen.
Besonders wichtig: die Küstenlinie nach Torrevieja und Pilar
Für viele Bewohner und Besucher der südlichen Costa Blanca ist die Busverbindung entlang der Küste unverzichtbar, weil es zwischen Alicante und Pilar de la Horadada entlang der Meeresküste keine Bahnverbindung gibt. Gerade deshalb wiegen die Beschwerden schwer.
Auf dem Korridor Alicante–Torrevieja–Pilar de la Horadada fährt nach Angaben der Zeitung unter anderem der Dienst CE-704 der Generalitat, betrieben von Avanza. Trotz ausgeweiteter Fahrten berichten Nutzer weiter von Schlangen, Verspätungen, geschlossenen Schaltern am Busbahnhof Alicante und Bussen, in die nicht mehr alle Fahrgäste einsteigen können.
Ein praktisches Problem: Wer keinen reservierten Platz oder kein vorab gekauftes Ticket hat, kann leer ausgehen, wenn der Bus bereits stark besetzt ankommt. Fahrgäste mit Rabattkarten oder anderen Zeitkarten müssen dann unter Umständen warten, bis geprüft ist, ob noch Plätze frei sind. Ist ein Bus voll, setzt Avanza laut dem Bericht für diese Fahrt kein zusätzliches Fahrzeug ein; auch Fahrgäste mit Fahrschein müssen dann auf den nächsten Bus warten.
Wo die Verzögerungen entstehen
Ein Teil der Probleme hängt nach Darstellung von Avanza mit dem Verkehr auf der N-332 zusammen. Diese Straße ist auf weiten Abschnitten zwischen Alicante und Pilar de la Horadada stark belastet. Im Sommer werden laut Quelle durchschnittlich bis zu 50.000 Fahrzeuge pro Tag gezählt.
Als besonders konfliktträchtig nennt der Bericht den Kreisverkehr von Rocío del Mar zwischen Orihuela und Torrevieja, die Umgehung von Torrevieja, den Abschnitt zwischen Guardamar und der Umgehung von La Marina sowie den Bereich zwischen dem Norden von Santa Pola und El Altet. Auch Gran Alacant wird als Problemzone erwähnt.
Für Fahrgäste bedeutet das: Schon eine kleine Verspätung am Anfang der Strecke kann sich unterwegs aufschaukeln. Wenn dann an vielen Haltestellen noch Fahrgäste ein- und aussteigen, Tickets verkauft oder kontrolliert werden und die Fahrzeuge stark ausgelastet sind, kommen Busse in Torrevieja, Orihuela Costa oder Pilar de la Horadada oft später an als angekündigt.
Hinzu kommt, dass nicht alle Fahrten gleich sind. Manche Busse halten in El Altet, Santa Pola, La Marina, Guardamar, La Mata, Torrevieja oder Orihuela Costa, andere bedienen je nach Uhrzeit eine andere Kombination von Stopps. Es gibt also keine einzige durchgehend identische Linie Alicante–Pilar de la Horadada über den ganzen Tag. Das vergrößert zwar das Angebot, macht den Fahrplan für Fahrgäste aber auch schwerer durchschaubar.
Was das für Leser bedeutet
Wer auf dieser Achse unterwegs ist, sollte genügend Zeitpuffer einplanen und sich vor der Fahrt genau ansehen, welche Halte die gewählte Verbindung tatsächlich bedient. Laut dem Bericht ist es außerdem sinnvoll, Plätze vorab zu reservieren, weil stark ausgelastete Busse zuerst Fahrgäste mit Reservierung oder bereits gekauftem Ticket aufnehmen.
Gerade für ältere Bewohner ohne Auto, Berufspendler, Schüler, Studenten und Besucher ohne Mietwagen sind diese Probleme alltagsrelevant.
Elche drängt bei der Linie zur Universität auf Nachbesserung
Auch zwischen Elche und der Universidad de Alicante gibt es seit längerem Beschwerden. Dort geht es um die Linie 258 Elche-UA. Nach Angaben von Información hat der Mobilitätsstadtrat von Elche, José Claudio Guilabert, die Regionalverwaltung erneut schriftlich aufgefordert, Kapazität und Takt zu erhöhen.
In dem Schreiben an die Dirección General de Transportes y Logística ist von strukturellen Mängeln die Rede. Demnach seien Frequenzen, Fahrzeiten und Platzangebot zu knapp bemessen. Besonders zu Stoßzeiten und in Prüfungsphasen seien die Busse so voll, dass sie an frühen Haltestellen bereits ihre maximale Auslastung erreichen und spätere Haltepunkte ohne weitere Fahrgäste passieren müssten.
Der Stadtrat fordert deshalb eine sofortige Neuordnung des Dienstes, mehr Fahrten in den Hauptverkehrszeiten und Fahrzeuge mit höherer Kapazität, etwa Gelenkbusse oder zusätzliche Verstärkerfahrten. Außerdem verlangt Elche, dass die Generalitat den Betreiber stärker kontrolliert und überprüft, ob die Mindeststandards bei Regelmäßigkeit, Kontinuität und Qualität eingehalten werden.
Nach Darstellung der Stadt ist die Lage so angespannt, dass inzwischen auch private Gelegenheitsverkehre auf derselben Strecke unterwegs sind. Das wertet das Rathaus als Zeichen dafür, dass der öffentliche Dienst die tatsächliche Nachfrage nicht auffängt.
Wer zuständig ist
Bei diesen Verbindungen geht es nicht nur um kommunale Entscheidungen. Der interurbane Verkehr und Konzessionen wie die Linie 258 oder die Küstenverbindung nach Torrevieja und Pilar de la Horadada liegen im Zuständigkeitsbereich der Generalitat Valenciana. In Alicante selbst richten sich die Forderungen der Fahrgäste nach mehr Takt und Pünktlichkeit an das Rathaus.
Offen ist, wann es konkrete Verbesserungen geben wird. Auf der Küstenlinie kommt nach dem Bericht zusätzlich Unsicherheit hinzu, weil eine Entscheidung des Tribunal Central de Recursos Contractuales dazu führt, dass der Dienst erneut vergeben werden muss. Für Nutzer ist vorerst vor allem eines klar: Die Nachfrage ist hoch, und auf mehreren wichtigen Busachsen reicht das Angebot nach Einschätzung vieler Fahrgäste nicht aus.
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