
Ministerium bestätigt Torrellano-Umfahrung bei Alicante
Symbolfoto · Foto: Alaskaair · CC BY-SA 4.0
Für Bahnreisende an der Costa Blanca und für Anwohner im Süden von Alicante ist ein wichtiger Planungsschritt abgeschlossen: Das spanische Verkehrsministerium hat die Informationsstudie und die Unterlagen zur Anhörung und öffentlichen Auslegung für die Torrellano-Umfahrung endgültig genehmigt. Das wurde laut Alicante Plaza am Montag, 5. Oktober 2026, im spanischen Amtsblatt BOE veröffentlicht. Nach Angaben des Ministeriums schafft das die Voraussetzung, das Projekt weiter bis zur Vergabe der Bauausführung voranzubringen. Dazu gehören eine direkte Bahnanbindung des Flughafens Alicante-Elche Miguel Hernández sowie der spätere Rückbau der heutigen Küstenstrecke zwischen San Gabriel und Agua Amarga.
Die neue Strecke ist Teil des Umbaus des Bahnknotens Alicante. Sie soll mehrere Ziele zugleich erfüllen: bessere Leistungen auf der Cercanías-Linie C1 zwischen Alacant-Terminal und Murcia del Carmen, mehr Kapazität und Funktionalität im Eisenbahnnetz von Alicante, die Einbindung in den Mittelmeerkorridor, eine direkte Zugverbindung von Alicante und Elche zum Flughafen sowie den Abbau der Küstengleise.
Was gebaut werden soll
Die bestätigte Lösung sieht eine neue Trasse in Standardspur mit 1.435 Millimetern und auf dem größten Teil der Strecke zweigleisigem, elektrifiziertem Ausbau vor. Auf ihr sollen sowohl Personenzüge wie Cercanías und Media Distancia als auch Güterzüge fahren können. Der erste Abschnitt verläuft über rund 2,5 Kilometer entlang der bestehenden konventionellen Strecke zwischen Alicante und Villena; dort soll ein drittes Gleis auf der vorhandenen Infrastruktur entstehen. Danach wird die Strecke zweigleisig und ausschließlich in Standardspur weitergeführt. Vorgesehen sind außerdem Verbindungen zu den Linien Alicante-La Encina in Richtung Valencia und Alicante-El Reguerón in Richtung Murcia.
Was das für den Flughafen bedeutet
Die Torrellano-Umfahrung ist in zwei Phasen gegliedert. Phase 1 soll den Flughafen Alicante-Elche Miguel Hernández anbinden; dort ist auch ein Bahnhof vorgesehen. Dieser Abschnitt befindet sich in der Ausarbeitung des Bauprojekts. Den Auftrag dafür hatte das Ministerium im Februar 2023 an eine Arbeitsgemeinschaft aus Geocontrol und Inse Rail vergeben, für 2.478.518,76 Euro und mit einer Laufzeit von 38 Monaten.
Für Reisende ist der Kernpunkt: Die Bahnanbindung des Flughafens gehört fest zum Projekt. Eine direkte Zugverbindung soll sowohl aus Alicante als auch aus Elche möglich werden. Ein Termin für den Baubeginn oder die Inbetriebnahme wird in der Quelle nicht genannt.
Warum die Küstengleise verschwinden können
Wichtig für Alicante ist vor allem Phase 2. Sie führt die neue Strecke bis zur Station Alacant-Terminal weiter. Genau dieser Abschnitt macht es möglich, die heutige Bahntrasse an der Küste aus dem Süden der Stadt herauszunehmen. Gemeint ist die Strecke zwischen San Gabriel und Agua Amarga, die bisher entlang des südlichen Küstenzugangs verläuft.
Mit der jetzt endgültig bestätigten Studie hält das Ministerium an der Entscheidung fest, diesen Küstenabschnitt nicht provisorisch zu elektrifizieren und nicht auf eine andere Spurweite umzubauen. Güterverkehr soll stattdessen über die Hochgeschwindigkeitsstrecke Murcia-El Reguerón umgeleitet werden, solange die Umfahrung gebaut wird.
Was als Nächstes ansteht
Die Genehmigung ist ein wichtiger Verwaltungsschritt, aber noch nicht die Ausschreibung der Bauarbeiten selbst. Als Nächstes müssen die Bauprojekte abgeschlossen werden, damit anschließend die Ausführung vergeben werden kann.
Für Phase 2 ist die Erstellung des Bauprojekts nach Angaben der Zeitung bereits vergeben. Den Auftrag erhielt TYlin Spain für 5,1 Millionen Euro bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Diese Frist beginnt laut Quelle ab Juni 2026, als die Vergabe genehmigt wurde. Erst nach Abschluss dieser Planungen kann das Ministerium die eigentlichen Bauarbeiten ausschreiben.
Bereits vor der jetzigen Bestätigung lag außerdem eine positive Umweltverträglichkeitserklärung vor: Das Ministerium für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung veröffentlichte laut Quelle mit Datum vom 29. Mai 2026 den positiven Bescheid der Generaldirektion für Umweltqualität und Umweltprüfung.
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