
Flughafen Alicante-Elche startet Enteignungen für Ausbau
Symbolfoto · Foto: Alaskaair · CC BY-SA 4.0
Im Staatsanzeiger BOE ist die öffentliche Auslegung für die Enteignung von 88.799,07 Quadratmetern in Elche veröffentlicht worden. Die Flächen werden für eine neue Vorfeldfläche und ein neues Gebäude der General Aviation benötigt, also für den Bereich der nichtkommerziellen Flüge wie Privat-, Schulungs- oder Fotoflüge.
Hintergrund ist die geplante Erweiterung des Passagierterminals am Flughafen Alicante-Elche Miguel Hernández. Dafür muss der heutige Bereich der General Aviation verlegt werden. Der neue Flugsteig für Nicht-Schengen-Verkehr soll nicht nur den Bereich der früheren T-1 nutzen, sondern sich auch auf den heutigen Standort der General Aviation erstrecken. Die Berichte nennen dabei vor allem Verbindungen mit Großbritannien.
Welche Flächen betroffen sind
Nach Angaben aus dem BOE umfasst die Enteignung insgesamt 88.799,07 Quadratmeter. Davon entfallen 4.276,89 Quadratmeter auf öffentliche Zufahrts- und Verbindungsstraßen, die der Stadt Elche gehören. Die Flächen liegen im Gemeindegebiet von Elche innerhalb der Dienstleistungszone des Flughafens, die im geltenden Masterplan festgelegt wurde, der am 19. Juli 2001 genehmigt wurde. Die Grundstücke sind überwiegend als ländliche Flächen eingestuft.
Información schreibt von rund einem Dutzend Eigentümern, Alicante Plaza von 25 betroffenen Parzellen. Genannt werden neben dem Rathaus von Elche auch private Eigentümer und eine Autovermietung. Der Ausbau wächst nach Süden in Richtung Torrellano.
Was jetzt für Eigentümer gilt
Mit der Veröffentlichung beginnt eine Frist von 15 Arbeitstagen, in der Betroffene Einwände einreichen können. In dieser Phase geht es noch nicht um eine feststehende Entschädigungssumme. Erst danach werden mögliche Einwände geprüft und ein endgültiger Enteignungsvorschlag mit dem jeweiligen Kaufpreis je Grundstück vorbereitet.
Eine Kostenschätzung für diese Enteignungen nennt der veröffentlichte Schritt noch nicht. Alicante Plaza zufolge kann allein dieses Verfahren mindestens ein Jahr dauern, falls es nicht zu Gerichtsverfahren über die Höhe der Entschädigung kommt.
Warum Aena den Platz braucht
Begründet wird das mit dem starken Wachstum des Flughafens und mit europäischen Vorgaben für Sicherheitskontrollen. Zusätzlicher Platz werde gebraucht, um die Abläufe bei Kontrolle, Abfertigung und Passagierströmen an die erwartete Nachfrage anzupassen.
Was der Ausbau insgesamt umfasst
Der Ausbau beschränkt sich nicht auf den neuen Flugsteig. Nach den vorliegenden Angaben gehören auch Arbeiten an Parkplätzen, Straßen, Rollwegen und eine Schnellabrollbahn von der Piste dazu. Außerdem soll ein zentraler Grenzkontrollbereich für Nicht-Schengen-Flüge entstehen. Geplant sind auch neue Geschäfts- und Gastronomieflächen sowie eine eigene VIP-Lounge.
Aena hatte im August die Ausarbeitung der Ausbauprojekte an eine Arbeitsgemeinschaft aus Sener Mobility, Cemosa und Fairbanks Arquitectos vergeben. Das Auftragsvolumen liegt bei 15,6 Millionen Euro, die Frist für die Projektbearbeitung bei 60 Monaten, also fünf Jahren. Für technische Projektsteuerung und Bauaufsicht läuft zusätzlich ein weiteres Vergabeverfahren.
Bei den Gesamtkosten nennen die Quellen unterschiedliche Bezugsgrößen. Información schreibt von mehr als 800 Millionen Euro im Rahmen des Investitionsplans DORA III und von rund 60 Millionen Euro für die vorbereitende Papierphase. Alicante Plaza beziffert das Paket im DORA III für 2027 bis 2031 auf 1,154 Milliarden Euro und nennt weitere 38 Millionen Euro für die technische Unterstützung, 45,9 Millionen Euro inklusive Steuern.
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