
Cartagena verschiebt Taktverdichtung auf Buslinie 14
Symbolbild, KI-generiert
Die Stadt Cartagena in der Region Murcia wird die beschlossene Ausweitung des Angebots auf der städtischen Buslinie 14 zwischen Cartagena und El Albujón in diesem Jahr nicht einführen. Das geht aus Angaben des zuständigen Stadtrats Diego Ortega hervor, über die La Verdad berichtet.
Das Plenum des Gemeinderats hatte am 30. April einstimmig einen Antrag der PSOE gebilligt, um den Dienst auf dieser Linie zu verstärken. Vorgesehen war eine höhere Taktung insbesondere zwischen 7.00 und 10.00 Uhr sowie zwischen 13.00 und 15.00 Uhr. Für die übrige Tageszeit sollte mindestens eine Verbindung pro Stunde gesichert werden. Fünf Monate später gilt weiterhin der Fahrplan, der bereits bei der Beschlussfassung in Kraft war.
Ortega erklärte, ein Plenarbeschluss sei zunächst eine politische Festlegung. Danach müssten die städtischen Dienste das Verwaltungsverfahren durchführen und klären, ob die nötigen Haushaltsmittel vorhanden sind.
Kosten laut Konzessionsunternehmen
Wie das Rathaus mitteilt, hat die Stadt die vom Plenum beschlossenen Bedingungen an das Konzessionsunternehmen Tucarsa weitergegeben, an dem das Busunternehmen Alsa mehrheitlich beteiligt ist, um die Kosten der Ausweitung zu ermitteln. Nach Berechnung des Unternehmens müsste die Zahl der täglichen Fahrten von 14 auf 23 steigen. Zudem wären ein weiterer Bus und zwei zusätzliche Beschäftigte erforderlich.
Nach den vom Stadtrat genannten Zahlen würde sich die jährliche Fahrleistung der Linie von derzeit 202.568 auf 349.999 Kilometer erhöhen. Die zusätzlich veranschlagten Kosten belaufen sich auf 442.085,10 Euro pro Jahr.
Stadt sieht derzeit keinen Spielraum
Nach Darstellung von Ortega verfügt die Stadt aktuell nicht über ausreichende Haushaltsmittel, um diese Ausweitung zu finanzieren. Für den Rest des Jahres könne die Verbesserung deshalb nicht übernommen werden.
Die Debatte um die Linie 14 steht laut den Ausführungen des Stadtrats in einem Umfeld steigender Betriebskosten im kommunalen Nahverkehr. Ortega bezifferte die zusätzlichen Kosten, die die Stadt derzeit trägt, auf 2,2 Millionen Euro. Hinzu kämen rund 500.000 Euro für die Eingliederung von 11 Beschäftigten, die nötig seien, um die Ruhezeiten der Belegschaft einzuhalten.
Diese Vereinbarung wurde im Rahmen der Verhandlungen über einen neuen Branchentarifvertrag zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften getroffen. Das Rathaus übernimmt diese Kosten, um einen Streik zu vermeiden. Zusammen mit den 442.085 Euro jährlich für die Ausweitung der Linie 14 ergibt sich laut Ortega ein Gesamtbetrag von rund 3,1 Millionen Euro.
Haushaltsänderung für zusätzliches Personal
Für die 11 zusätzlichen Beschäftigten im Stadtbusdienst kündigte Ortega eine notwendige Haushaltsänderung an. Nach seinen Angaben soll die Anerkennung dieser Ausgaben die Einhaltung der Fiskalregeln nicht beeinträchtigen, weil die Finanzierung aus Mitteln des bestehenden Haushalts erfolgen solle. Welche Ansätze dafür gekürzt oder gestrichen werden, nannte er nicht.
Die neuen Kosten seien nicht im städtischen Haushalt 2026 vorgesehen gewesen. Die Stadtregierung von Noelia Arroyo habe inzwischen die Steuer- und Gebührenordnungen für 2027 mit Unterstützung von Vox beschlossen, verfüge aber bislang nicht über deren Zustimmung für den Haushalt des kommenden Jahres.
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