
Murcia: Verlassener Wohnkomplex Espinardo wird Technologiezentrum
Symbolbild, KI-generiert
Neben dem Universitätscampus von Espinardo, im Norden der Stadt Murcia, liegt ein Gelände, das die Zeitung Murcia Plaza eine „kleine verlassene Stadt“ nennt: Straßen ohne Leben, Gebäude mit zerbrochenen Scheiben, eine beschmierte Kirche, ein ausgeräumtes Theater. Es ist der Complejo Residencial de Espinardo, eine Wohn- und Betreuungsanlage aus den 1960er-Jahren. Seit 2014 wird sie nicht mehr genutzt.
Was der Komplex war
Gebaut hat ihn die damalige Provinzverwaltung von Murcia als Wohnanlage für Kinder und alte Menschen am Stadtrand. Die Arbeiten begannen 1964 und endeten 1969, eingeweiht wurde die Anlage am 14. April 1970. Auf mehr als 100.000 Quadratmetern entstanden 18 Pavillons. Die wichtigsten Gebäude stehen um einen großen Platz, fast wie in einem Dorf.
Entworfen hat die Anlage der Architekt Enrique Sancho Ruano, der als Vertreter der Architektur der Moderne gilt. Sie ist sein größtes Werk. Mit den Jahren standen immer mehr Gebäude leer, 2014 wurde das letzte aufgegeben. Seither haben Vandalen dort Schäden angerichtet.
Was daraus wird
Die Regionalregierung von Murcia lässt den Komplex zu einem Technologiezentrum mit mehr als 20.000 Quadratmetern umbauen. Einziehen soll die Agencia para la Transformación Digital, die Digitalagentur der Region, mit rund 350 Beschäftigten.
Den Auftrag hat der Baukonzern Acciona in einer Bietergemeinschaft erhalten. Die erste Phase der Sanierung kostet knapp 13,9 Millionen Euro einschließlich Steuern; 60 Prozent davon kommen aus dem EU-Regionalfonds Feder. Der Vertrag wurde im August 2026 unterschrieben, der Baubeginn war für September angekündigt. Die Baufirma soll nicht nur die Räume der Agentur herrichten, sondern die architektonisch wertvollen Gebäude insgesamt erhalten.
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