Ein moderner weißer Hochgeschwindigkeitszug fährt auf einer elektrifizierten Bahnstrecke durch eine trockene ländliche Landschaft mit Feldern und Bergen im Hintergrund (KI-Symbolbild).
Region Murcia

Murcia–Valencia soll per AVE nur noch 80 Minuten dauern

Symbolbild, KI-generiert

AVon · 29. Oktober 2026, 17:36 Uhr

Die Bahnreise zwischen Murcia und Valencia soll sich mit dem Ausbau über La Encina von heute rund vier Stunden auf 1 Stunde 20 Minuten verkürzen. Das könnte Ende 2027 oder Anfang 2028 soweit sein.

Wer aus der Region Murcia mit dem Zug nach Valencia und weiter nach Norden reisen will, braucht derzeit viel Geduld: Je nach Verbindung dauert die Fahrt heute rund vier Stunden, nach Barcelona selbst in der schnellsten Kombination mehr als sieben. Das soll sich mit dem Ausbau des Mittelmeerkorridors deutlich ändern. Nach Angaben des Verkehrsministeriums soll die Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Murcia und Valencia Ende 2027 oder Anfang 2028 in Betrieb gehen und die Reisezeit auf 1 Stunde 20 Minuten senken.

Darüber berichtet La Verdad. Entscheidend ist dabei der Knoten La Encina in der Provinz Valencia. Dort trennen sich die Verkehre Richtung Madrid und Richtung Valencia. Solange dieser Abschnitt und die anschließende Strecke nach Valencia nicht fertig sind, fahren die Züge zwischen Murcia und Valencia weiter über das herkömmliche iberische Netz.

Wo der Ausbau steht

Dem Bericht zufolge laufen die Arbeiten auf dem Abschnitt Valencia–Xàtiva–La Encina. Das Ministerium rechnet damit, dass sie im restlichen Jahr 2026 abgeschlossen werden und die Tests für die Inbetriebnahme Anfang 2027 beginnen. Allerdings nennt die Zeitung selbst mögliche Verzögerungen. Der Abschnitt hätte ursprünglich schon 2023 fertig sein sollen.

Zum Projekt gehört auch die Modernisierung der Strecke zwischen Alicante und La Encina. Dort entsteht Mischspur, also ein Gleissystem für verschiedene Spurweiten. Auch auf diesem Abschnitt wird noch gearbeitet.

Was sich für Fahrgäste ändern soll

Mit der neuen Verbindung soll der Euromed aus dem Mittelmeerkorridor bis in die Region Murcia verlängert werden. Außerdem sollen Züge der Nah- und Regionalklasse Avant die heutigen Dieselzüge ersetzen.

Aktuell bietet Renfe laut Bericht zwei tägliche Media-Distancia-Züge zwischen Cartagena und Valencia über Murcia an. Die Fahrzeit liegt bei 3 Stunden und 45 Minuten. Hinzu kommt ein Intercity mit 4 Stunden und 6 Minuten. In der Gegenrichtung dauern die Fahrten länger.

Auf der Renfe-Website gibt es derzeit bis zu acht Verbindungen zwischen Murcia und Valencia. Neben drei Direktverbindungen sind das auch Umstiege in Alicante oder Cuenca. Beim Umstieg in Alicante nennt der Bericht 45 Minuten Aufenthalt, bei der Kombination über Cuenca fast anderthalb Stunden.

Wenn die Hochgeschwindigkeitsstrecke durchgehend nutzbar ist, soll auch Alicante deutlich näher an Valencia rücken: auf 55 Minuten.

Anschlüsse Richtung Norden

Für viele Reisende ist Valencia vor allem als Umsteigepunkt wichtig. Schnellere Züge dorthin verbessern damit auch die Weiterreise an die spanische Mittelmeerküste und zu Fernverbindungen nach Norden. Für Barcelona bleibt die Lage aber vorerst schwierig: Die schnellste Verbindung ab Murcia dauert laut Bericht 7 Stunden und 6 Minuten, die längste 8 Stunden und 27 Minuten. In der Gegenrichtung ist es etwa eine halbe Stunde weniger.

Der Grund ist derselbe: Der Mittelmeerkorridor ist weiter unvollständig. Ein weiterer wichtiger Schritt soll die Mischspur zwischen Valencia und Castellón sein. Deren Arbeiten sollen noch 2026 enden; Tests werden für 2027 erwartet. Eine vollständige Hochgeschwindigkeitsverbindung bis Barcelona werde aber noch mehrere Jahre brauchen.

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