Titelkarte: Mar Menor: Staat prüft Neustart einer Entsalzungsanlage (mit KI-Illustration).
Mar Menor

Mar Menor: Staat prüft Neustart einer Entsalzungsanlage

Symbolbild, KI-generiert

AVon · 15. Oktober 2026, 20:00 Uhr

Für die Wiederinbetriebnahme einer stillgelegten Entsalzungsanlage der Landwirte im Süden des Mar Menor läuft ein Prüfverfahren. Das neue Projekt soll laut Unterlagen ohne Sole-Einleitungen ins Mittelmeer auskommen.

Das spanische Umweltministerium für den ökologischen Wandel prüft das Projekt der Bewässerungsgemeinschaft Arco Sur Mar Menor zur Wiederinbetriebnahme ihrer Entsalzungsanlage. Die Anlage im Süden des Mar Menor war vor sechs Jahren von der Segura-Wasserbehörde Confederación Hidrográfica del Segura versiegelt worden.

Der frühere Betrieb war umstritten, weil überschüssige Sole über den Meeresauslass von Cala Reona ins Mittelmeer geleitet wurde. Diese Abwässer wiesen laut Bericht teils hohe Konzentrationen von Nitraten, Schwermetallen und Düngemitteln auf. 2020 verlor das Projekt außerdem die Genehmigung der Regionalregierung für Einleitungen vom Land ins Meer.

Wasser aus Cabo de Palos muss behandelt werden

Seit der Stilllegung verfügen die Landwirte an der Südseite des Mar Menor nicht über die 4,8 Hektometer Wasser pro Jahr, die ihnen aus der Kläranlage von Cabo de Palos zustehen. Dieses Wasser, das 1.528 Hektar Bewässerungsfläche versorgte, muss wegen seines hohen Salzgehalts vor dem Einsatz in der Landwirtschaft behandelt werden.

Neues Verfahren ohne Einleitungen ins Meer

Die Landwirte schlagen nun ein Verfahren vor, das laut Projekt geschlossene Osmose, Nanofiltration, Hochdrucktechnik und passive Verdampfer kombiniert. Ziel ist ein Betrieb ohne Sole-Einleitungen ins Meer.

Die flüssigen Rückstände sollen dabei in rund 15.000 Tonnen feste Salze pro Jahr umgewandelt werden. Genannt werden hochreines Natriumchlorid mit mehr als 97 Prozent Reinheit für industrielle Zwecke sowie Sulfate für landwirtschaftliche Dünger.

Nach Darstellung der Antragsteller wäre damit keine neue Einleitungsgenehmigung der Autonomen Gemeinschaft nötig, weil die Sole industriell genutzt werden soll. Die Wasserbehörde verwies wegen der entstehenden festen Abfälle auf eine vereinfachte Umweltprüfung. Dieses Verfahren läuft nun beim Ministerium.

Übergangslösung und Ausbau der Kläranlage

Derzeit erhalten die Bewirtschafter laut Bericht Wasser aus der Entsalzungsanlage Escombreras, gestützt auf befristete Genehmigungen der Wasserbehörde. In den Projektunterlagen heißt es, die Blockade der eigenen Anlage beeinträchtige die Verfügbarkeit von Wasser für die Bewässerung.

Das Vorhaben ist mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Die bestehende Anlage ist laut Bericht dafür ausgelegt, drei Hektometer Wasser pro Jahr aus der Kläranlage EDAR Mar Menor Sur zu behandeln.

Parallel dazu wird die Kläranlage von Cabo de Palos ausgebaut und modernisiert. Geplant ist dort eine tertiäre Reinigungsstufe für städtisches Abwasser aus La Manga und Umgebung. Die staatliche Gesellschaft Aguas de las Cuencas de España (Acuas) erklärte dazu, das aufbereitete Wasser müsse die Qualitätsanforderungen für die landwirtschaftliche Nutzung erfüllen und so die Versorgung der Landwirte in der Gegend erleichtern. Zugleich soll sich die Qualität des behandelten Wassers vor seiner Einleitung ins Mittelmeer verbessern.

Auch der Auslass von Cala Reona wird erneuert

Die Segura-Wasserbehörde erneuert außerdem den Meeresauslass von Cala Reona. Dessen Bruch führte im Sommer 2026 mehrfach zur Sperrung des Strandes von Cala Reona in Cabo de Palos. Sollte das Projekt von Arco Sur umgesetzt werden, wäre dieser Auslass laut Bericht nur noch für Überschüsse der Kläranlage vorgesehen, nachdem das Abwasser ihre drei Reinigungsstufen durchlaufen hat.

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