
Elche stoppt neue Wohn-Umbauten in Geschäftsstraßen
Symbolbild, KI-generiert
Elche hat die Umwandlung von Ladenlokalen in Wohnungen auf wichtigen Geschäftsachsen der Stadt vorerst gestoppt. Das betrifft neue Anträge auf Nutzungsänderung in den Straßen und Abschnitten, die die Stadt als bestehende oder künftige Geschäftsachsen schützen will.
Für Eigentümer, Käufer und Investoren ist die praktische Folge klar: Wer in Elche ein Ladenlokal kaufen oder umbauen will, um daraus Wohnraum zu machen, kann das in diesen Bereichen vorerst nicht neu beantragen. Bereits früher eingereichte Anträge laufen weiter.
Was die Stadt beschlossen hat
Die Stadtregierung hat am Donnerstag, 29. Oktober 2026, die Änderung Nummer 52 des Generalplans angestoßen. Damit sollen Erdgeschosse mit gewerblicher Nutzung in den geschützten Bereichen dauerhaft erhalten bleiben. Mit dem Beschluss gilt sofort eine Aussetzung neuer Lizenzen für den Nutzungswechsel von Geschäft zu Wohnen.
Die Sperre gilt nicht stadtweit. Außerhalb der abgegrenzten Geschäftsachsen können Nutzungsänderungen weiter beantragt werden, sofern die städtebaulichen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Wo die Sperre gelten soll
Zu den genannten Geschäftsachsen gehören unter anderem Corredora, Reina Victoria, avenida de Alicante, Juan Carlos I, avenida de la Libertad, avenida de Novelda, avenida de la Universidad und calle Blas Valero. Hinzu kommen weitere Straßen und Plätze in der Altstadt, im Ensanche und in mehreren Stadtvierteln.
Teilweise erfasst die Regelung eine gesamte Straße, teilweise nur bestimmte Abschnitte. Für die avenida de la Universidad gilt sie ausdrücklich für den Abschnitt zwischen den Hausnummern 2 und 66.
Was mit laufenden und alten Anträgen passiert
Die Aussetzung betrifft neue Anträge. Verfahren, die schon vor dem Beschluss eingereicht wurden, werden weiterbearbeitet. Eine genaue Zahl der noch offenen Anträge hat die Stadt derzeit nicht.
Am selben Donnerstag, 29. Oktober 2026, genehmigte die Stadt noch sieben Verfahren, aus denen 22 Wohnungen in früheren Ladenlokalen entstehen sollen. Darunter sind sieben Wohnungen in einem früheren Kfz-Betrieb an der avenida de la Universidad sowie sechs Wohnungen in einem Lokal an der calle León Sánchez in Carrús.
Warum Elche eingreift
Hintergrund ist der starke Anstieg solcher Nutzungsänderungen. Zwischen Januar 2023 und September 2026 wurden in Elche 521 Verfahren bearbeitet, aus denen 657 Wohnungen in ehemaligen Ladenlokalen entstanden.
Aufgeschlüsselt waren es 2023 noch 59 Verfahren mit 75 Wohnungen, 2024 dann 128 Verfahren mit 168 Wohnungen und 2025 insgesamt 151 Verfahren mit 173 Wohnungen. Von Januar bis September 2026 kamen bereits 183 Verfahren mit 241 Wohnungen hinzu. Das sind 68 Wohnungen mehr als im gesamten Jahr 2025.
Die Stadt will verhindern, dass Erdgeschosse in wichtigen Lagen nach und nach als Geschäftsflächen verschwinden. Geschützt werden sollen nicht nur Straßen mit heute bereits starkem Handel, sondern auch Bereiche in Stadtvierteln, in denen künftig Platz für Nahversorgung und andere Betriebe bleiben soll.
Wie lange die Sperre dauern kann
Die Stadt rechnet für die Planänderung mit etwa einem Jahr. Das Gesetz erlaubt eine Aussetzung von Lizenzen für höchstens zwei Jahre.
In dieser Zeit soll es ein Beteiligungsverfahren geben, in dem Nachbarschaftsvereine, Händler, Eigentümer und andere Betroffene Vorschläge und Einwände einreichen können. Danach folgen die vorgeschriebenen Fachberichte, bevor der Stadtrat die Änderung endgültig beschließt.
Wird die Änderung des Generalplans verabschiedet, ersetzt eine dauerhafte Regelung die jetzige Übergangssperre. Dann wären Wohn-Nutzungen in den geschützten Erdgeschossen dort ausgeschlossen.


